Wissenswertes über den Ur-amerikanischen Gartenstuhl

Adirondack Chair zum Verweilen

Unser ehemaliger Bundespräsident hat sichtlich Freude in einem Adirondack Chair.

1. Der Ursprung des Adirondack Chairs

In den letzten einhundert Jahren wurde ein Gartenstuhl aus Amerika zum Synonym für Ruhe und Entspannung im Garten. Auch in Europa findet dieser Stuhl immer mehr Anhänger. Hier seine Geschichte:

Als der Amerikaner Thomas Lee im Jahre 1903 seine Ferien in seinem Sommerhaus in Westport im Bundesstaat New York verbrachte, benötigte er für sich und seine Familie Gartenmöbel. Er hatte eine genaue Vorstellung wie diese Gartenmöbel auf seiner Veranda aussehen sollten. Als passionierter Zimmerer fing er an aus einfachen Holzbrettern einen ersten Entwurf "seines" Gartenstuhles zu fertigen. Seine Idee einen Gartenstuhl zu entwerfen der einfach herzustellen und darüber hinaus auch noch sehr bequem war nahm langsam Formen an. Nach langem Probieren, ändern, verwerfen und wieder von vorne beginnen, hatte er nach etlichen Versuchen einen ersten Prototypen gefertigt.

Diesen ersten Prototyp gab er seinem Freund Harry Bunnell, einem Schreiner, zur professionellen Fertigung. Dieser erkannte bald das große Potential dieses Stuhles und meldete ihn 1905 unter seinem Namen zum Patent an. Er nannte ihn nach seinem Heimatort "Westport-Chair". Unter diesem Namen fertigte er ihn bis in die Mitte der zwanziger Jahre für die Sommergesellschaften der Kurbäder in der Region. "Sein" Stuhl wurde zum Erfolg.

Bis in die heutige Zeit verlor dieser wunderbare Gartenstuhl nichts an seiner magischen Anziehungskraft. Er wurde im Laufe seiner mittlerweile gut einhundertjährigen Geschichte zum ur-amerikanischsten Gartenmöbel.

2. Die heutigen Adirondack Chairs

Heute gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Designs. Sie werden ihn aber immer sofort an seiner charakteristischen Form und den breiten Armlehnen erkennen. Allen gemeinsam ist das unglaublich bequeme Sitzgefühl. Seine klassische zeitlose Form, die eine gewisse Nostalgie versprüht und an die mondänen Kurbäder Neu-England´s mit seine eleganten Seehausfronten erinnert, verleihen diesem Stuhl seine einzigartige Schönheit und seinen außergewöhnlichen Charakter.

Heute wird er unter der Bezeichnung "Adirondack Chair" vertrieben. Ein Tribut an seine ursprüngliche Herkunft, den Adirondack Mountains, im Herzen der Vereinigten Staaten.

Neben den klassischen Formen gibt es heute eine große Anzahl an Adirondack Möbel wie z.B. Adirondack Sofa´s, Footrest, Schaukelstühle, Chaise Lounges und Kinder-Adirondacks.

3. Die zwei Grundformen

Adirondack Chair

(1.) Der Westport-Chair. Diese Stühle haben eine gerade Rückenlehne. Auch der Rahmen und die Sitzauflage sind aus geraden Hölzern gearbeitet. Aus diesem Ur-Modell entwickelten sich alle weiteren Adirondack-Chairs.

Adirondack Chair

(2.) Die modernen Adirondack Chairs haben schmälere Hölzer für die Rückenlehne und für die Sitzauflage. Die geschwungenen Auflageflächen für Sitz und Rücken ermöglichen so einen bequemen Sitzkomfort.

4. Verwendete Materialien unserer Adirondack Chairs:

Western Red Cedar wird wegen seiner guten Wetterbeständigkeit als Werkstoff für Gartenmöbel geschätzt. Sein frischer Geruch ist auch ein idealer Insektenschutz. Unbehandelt entwickelt es durch natürliche Verwitterung eine silbrig graue Patina. Durch einfache Pflege hat das Holz eine Lebenserwartung von 25-30 Jahren.

Gartenmöbel aus Western Red Cedar

Eiche: Als eines der wenigen heimischen Hölzer ist Eiche wegen seiner besonderen Witterungsfestigkeit ideal als Gartenmöbel. Das schwere und sehr harte Holz der Eiche ist in der Mythologie das Symbol für die Ewigkeit. Mit einfacher Pflege haben Gartenmöbel aus Eichen-Holz eine sehr hohe Lebenserwartung.

Gartenmöbel aus Eiche

Fichte erlebt im Gartenmöbelbau in den letzten Jahren eine regelrechte Renaissance. Allgemein gilt es als mäßig schwindend und hat ein gutes Stehvermögen. Im Außenbereich wird Fichtenholz neben Gartenmöbel für Fassadenverkleidungen, Balkone, Fenster und Türen, Zäune und Tore verwendet. Es ist eine gute Alternative zu Tropenholz. Mit Holzöl oder Lasur behandelt kann die Lebenserwartung extrem verlängert werden.

Gartenmöbel aus Fichte

Esche ist ein sehr gutes Holz für Gartenmöbel. Durch sein gutes Stehvermögen und die Härte des Holzes bleibt es über Jahre hinweg formstabil. Mit ein wenig Pflege erreichen Eschen-Gartenmöbel leicht eine Lebenserwartung von über 20 Jahren.

Gartenmöbel aus Esche

Kunststoff (Farbbeispiel Aruba): Grundmaterial der Kunststoff-Gartenmöbel ist High Density Polyethylen (HDPE). Es ist ein steifes, UV beständiges und sehr lange haltbares Material. Durch seinen festen verwindungsarmen Charakter können Möbel von höchster Qualität gefertigt werden. Polyethylen Adirondack Chairs gibt es in den unterschiedlichsten Farben. Ihre Lebensdauer ist praktisch unbegrenzt.

Gartenmöbel aus Kunststoff

5. Der Hummelstuhl aus Hamburg:

In Hamburg hat ein "eingedeutschter" Adirondack Chair eine große Fangemeinde. Die Rede ist vom urtypischen Hamburger Original, dem Hummelstuhl.

Zu finden ist dieser Stuhl in den Hamburger Parks der Aussenalster, und den Alsterwiesen. Gerade im Frühling, beim ersten Erwachen der Natur, zieht es unzählige Hamburger ins Freie und in die Parks. Die ersten Sonnenstrahlen in einem der bequemen Hummelstühle genießen, das gehört in Hamburg einfach zum entspannten Lebensgefühl dazu. Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass diese weiß lackierten Holzstühle seit der internationalen Gartenausstellung 1953 fester Bestandteil der Parkanlage sind.

6. Der Muskoka Chair:

In Kanada wird der Adirondack Chair auch Muskoka Chair genannt. Auch dort wird er wegen seiner typischen Form und seinem Sitzkomfort als Relaxmöbel sehr geschätzt.

6. Der Deck Chair:

Oder auch gerne Deckchair geschrieben. Vielerorts wird der Adirondack Chair auch fälschlicherweise als Deck Chair bezeichnet. Ein Deck Chair ist laut Wikipedia ein zusammenklappbarer Liegestuhl mit einer Bespannung aus Stoff oder Leinen. Er war ursprünglich als Deckstuhl auf Kreuzfahrtschifffen im Einsatz, da er leicht zu stapeln und transportieren war. Eine Variante des Liegestuhles hat eine nach hinten verstellbare Arretierung. So kann die Rückenneigung schrittweise angepasst werden.